Ich mal‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt

Können Sie sich noch an die Zeiten erinnern, in denen die Welt so viel spannender war, wenn man bloß ein Malbuch und ein paar Stifte bei sich hatte? Im Kindesalter war es selbstverständlich, dass der Buntstift regelmäßig gezückt wurde und man diverse Malbücher und Mandalas ausmalte. Mit zunehmenden Alter wird der Papierblock in vielen Fällen jedoch gegen Smartphone, Aktentasche und Staubwedel getauscht. Sie wissen schon: Leistungsorientierung, Stress, keine Zeit und die üblichen Ausreden. Gut, zugegebenermaßen ab und zu kritzeln wir schon noch in dem einen oder anderen Meeting mit Kugelschreiber auf Notizblöcken. Aber das zählt jetzt nicht. Ein aktueller Gesellschaftstrend ruft nämlich das Malbuch für Erwachsene in unser aller Leben. Ob, Mandalas, architektonische Wunder oder Blumenwiesen, die ausgemalt werden sollen – in fast jedem Buchgeschäft finden sich heute Malbücher (wohl gemerkt in den „Erwachsenenabteilungen“).

Pixabay | Urheber: the3cats

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Mit Buntstiften zu Entschleunigung im Alltag

Mit dem Ausmalen soll ein Entspannungszustand erreicht werden und alltäglicher Stress für einige Zeit vergessen werden. Es geht letztendlich weniger um das Endprodukt, als um den kreativen Prozess selbst. Hinsetzen, sich bewusst Zeit nehmen, ausmalen und währenddessen geistig nicht bei sieben anderen Dingen sein.

Verkaufsschlager der Ausmalbücher ist mit Sicherheit „Secret Garden“ von Johanna Basford, einer schottischen Künstlerin, die bereits an weiteren Werken arbeitet. Ihr Malbuch schaffte es binnen kurzer Zeit in die Bestsellerlisten und ist mitunter bestimmt ein Grund, warum der Buchhandel Zuwachsraten von 300 Prozent verzeichnen konnte.

Bei den zahlreichen Vorteilen, die Erwachsenen-Malbüchern nachgesagt werden, können wir den Mal-Hype auch gut nachvollziehen:

  • Kreativität. Diese ist nämlich schon bei der Auswahl der Farben gefragt. Egal, wie Sie Ihr Kunstwerk ausmalen und wie die gewählten Farben harmonieren, mit ziemlicher Sicherheit haben Sie schon vor Beginn ein genaues Bild vor Augen. Und dieses verfolgen Sie. Was uns zum nächsten Punkt bringt:
  • Fokussierung. In diversen Achtsamkeits- und Mediationsübungen wird versucht, den Geist dadurch zu beruhigen, dass er sich auf lediglich eine Sache konzentrieren soll. Störende und negative Gedanken werden so für den Augenblick bei Seite gelassen. Beim Ausmalen ist es das Gleiche: man konzentriert sich darauf, nicht über die Linien zu malen, was Konzentration fordert und uns zugleich beruhigt.
  • Durchhaltevermögen. Egal, ob man es während dem Fernsehen macht, zwischendurch Klo- und Essens-Pausen einlegt oder nur 20 Minuten in der Mittagspause malt. Irgendwie will man das angefangene Mandala oder die begonnene Vorlage dann ja doch auch vollenden.
  • Alles erlaubt. Täglich müssen wir uns beweisen – in der Arbeit, beim Sport oder im Haushalt. In unserer Gesellschaft herrscht ein hoher Leistungsdruck, beim Malen kann man jedoch nichts falsch machen.
  • Einmal wieder Kind sein. Weil wir es so gut aus unserer Kindheit kennen, setzt uns das Ausmalen mehr oder weniger bewusst in unsere Kindheit zurück.

Malbücher für Erwachsene boomen. Mittlerweile gibt es auch Facebook-Gruppen, Instagram-Feeds und Pinterest-Tags, in denen die produzierten Bilder hochgeladen werden können. Hier könne man jedoch schnell wieder in den Wettbewerb mit anderen kommen, weswegen Vorsicht geboten ist. Aber probieren Sie es einfach selbst aus – ran an die Stifte, fertig, los!

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